Erst einmal scheint er nur zu unserer Freude auf der Welt zu sein.

„Es gibt immer noch andere Möglichkeiten!“ Davon ist Pekka überzeugt. Der kleine Kerl hatte wahrlich keinen guten Start ins Leben. Auf eine schwierige Geburt folgt ein zweijähriger Krankenhausaufenthalt mit etlichen Operationen. Dann darf er zu seiner Familie: zu Tuomo, Oskari, Marjaleena, Sonja, Mummo, Matti- und zu seinen Eltern und der Großmutter. Eine Familie im Finnland der 50er Jahre, die immer wieder gerade so über die Runden kommt und beschließt, nach Kanada auszuwandern, um ein besseres Leben zu finden. Und eine Familie, die wie Pech und Schwefel zusammenhält. Und dort hinein platzt Pekka, der so ganz anders zu sein scheint. Spät lernt er laufen und sprechen – aber auch philosophieren. Und Pekka liebt alles und jeden auf der Welt: Seine Familie, seine Mitschüler, die Gegenstände im Haus, einfach alles. Und dieser Junge ist immer wieder erstaunt, dass andere das eben nicht so sehen. Pekka stellt seltsame Fragen. Fragen, auf die niemand eine Antwort weiß. Er ist freundlich, fröhlich und das auch, wenn er auf Grund seiner Behinderung Ablehnung erfährt oder wegen einer ärztlichen Fehldiagnose davon überzeugt ist, sterben zu müssen. Und er ist überzeugt, dass Steine früher Vögel waren. Und es auch wieder werden können. Daraus schöpft er seine innere Kraft.

Die Dresdener Theatertruppe Panoptischau bringt die Geschichte dieses kleinen Philosophen in einer szenischen Lesung auf die Bühne. Es sind die gleichen Jugendlichen, die schon mit „Shakespeare Reloaded” den Alten aus Stratford völlig neu interpretiert hatten. Und sie machen es wieder klasse! Nach wenigen Minuten schon hat man das Gefühl, nicht mehr im Stadtteilhaus „Wanne“ in der Dresdner Neustadt zu sitzen, sondern direkt im Haus der finnischen Familie, die alles für ihren Pekka tut. Man merkt den Darstellern an, dass sie mit Wonne Theater machen. Es ist nicht eines jener Stücke, in dem Jugendliche sich selbst spielen. Sie „sind“ die finnische Familie und spielen bis auf Pekka mehrere Rollen gleichzeitig. Und sie schaffen es, die Traurigkeit, den Witz, die Melancholie und auch die Zuversicht der Geschichte „Als die Steine noch Vögel waren“ von Marjaleena Lembcke in die Zuschauer zu tragen. Ein Mensch wie Pekka wirkt verloren in unserer Zeit. Das lässt aber die Großmutter nicht gelten: „Erst einmal scheint er nur zu unserer Freude auf der Welt zu sein.“ Und die Zuschauer ertappen sich beim Nicken…und wischen sich verstohlen über die Augen.

Sehenswert!

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