Shakespeare Reloaded im RUDI

Shakespeare…hmm, damit konnte ich bisher noch nicht viel anfangen. Die älteren Semester im Osten erinnern sich vielleicht noch den Film „Sieben Sommersprossen“. Da war auch was mit Shakespeare. War aber eher Nebensache, …zumindest aus Sicht der damaligen Konsumenten. Danach hatte ich mit dem Alten aus Stratford keine weiteren Berührungspunkte. Ich muss zu meiner (kulturellen) Schande gestehen, dass mir seine Werke nicht geläufig sind.

Letzte Woche lud mich eine Freundin in’s Theaterhaus „RUDI“ in Dresden ein. Shakespeare stand auf dem Plan, „Shakespeare Reloaded“, um genauer zu sein. Eine Gruppe junger Leute findet einen neuen Weg zum alten Meister. Viele seiner Klassiker in einem Stück. Mehr wurde nicht verraten. Aber es klang interessant. Ich bin Neuinterpretationen „anerkannter kultureller Denkmäler“ sowieso nicht abgeneigt. Und ich war völlig unvoreingenommen, denn meine Kenntnisse der Materie…siehe oben.

PANOPTISCHAU- eine Gruppe junger Theaterfreaks, legte los. Minimales Bühnenbild, eigentlich nur Getränkekästen, vorwiegend dunkel gekleidete Akteure und hemmungsloses Spiel. Eine Art „Prolog im Himmel“, gut, da musste ich an einen anderen Oldtimer der Kulturgeschichte denken, in dem sich Gott und Teufel langweilen und einen Kerl namens Shakespeare beauftragen, eine Geschichte zu schreiben. Eine Gruppe Leute, die bei einem Flugzeugabsturz um’s Leben kommen, „darf“ noch mal. Und es geht ab… Da werden Prinzen erstickt, Rivalinnen gemeuchelt, Liebhaber gefressen, Tanten ermordet und Taugenichtse ersäuft. Zwei Stunden Monologe, Dialoge, Kämpfe. Alles mit vollem Körpereinsatz, keinerlei Textschwächen. Adaptierte Shakespeare-Plots am laufenden Band. Hamlet stirbt bei einem Duell? Dachten wir bisher. Hier wird er Opfer eines durchgeknallten Wissenschaftlers, der mit ihm dubiose Experimente durchführt. Und so geht es weiter. Dabei immer mit Shakespear‘schen Originalzitaten, deutsch und englisch.

In Gestalt eines Lammes hast du die Tat einer Löwin vollbracht.

In Gestalt eines Lammes hast du die Tat einer Löwin vollbracht.

Mitreißende Akteure, die alles geben und eine interessante Sichtweise, die sehr modern daher kommt. Keine alter Stoff mit neuer Sprache sondern neuer Stoff (und was für einer) mit alter Sprache.

Fazit: Absolut sehenswert!

Mehr Informationen über PANOPTISCHAU gibt es hier… Das gezeigte Bild stammt aus dieser Quelle!

 

 

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